Death Valley

01.09.2013

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Die Route auf Highway 190 durch das Tal des Todes verwandelt Cora in einen Achterbahnzug. Auf und ab führt die Straße. Zu Beginn geht es beständig bergab. Während auf 1000m Höhe bei angenehmen 78°F offene Fenster zur Kühlung genügen, überschreitet das Thermometer beim ersten Sea level elevation-Schild bereits die 100°-Marke. 114°F ist der höchste Wert, den wir an diesem Tag messen.

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Links und rechts ziehen steinige Ebenen, beeindruckende Felsformationen und dahinter das Gebirge vobei. So in etwa sieht es im gesamten Death Valley aus. Die kleinen Gebirge sind so unterschiedlich und farbenprächtig, dass es ständig etwas neues zu entdecken gibt.

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Wäre da nicht die dauerhafte Hitze, könnte man sicherlich tagelang ohne Langeweile durch die unzähligen Canyons wandern.
Der Death Valley National Park erstreckt sich über eine riesige Fläche, wie viele sehenswerte Orte sind wohl noch nicht entdeckt bzw. populär gemacht worden?

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Am heißesten Ort auf diesem Planeten gibt es tatsächlich etwas lebendiges: die Sanddünen. Dort weist Infotafel darauf hin, dass es in keiner anderen Wüste wärmer ist. Manchmal fällt die Temperatur nachts nicht unter 100°F. Für uns heißt das: Sonnenbrillen auf und cool bleiben.

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Ebenfalls auf der Infotabel wird erklärt, wie man Dehydrierung anhand des Urins erkennt. Ein plumpskloartiges Klohäußchen findet man übrigens ausnahmslos an jeder Sehenswürdigkeit.

Mitten im Death Valley lädt eine grüne Oase die Betuchten ein. Zur von Palmen umgebene Furnace Creek gehört das Visitor Center, die Ranch und ein Hotel, ein Campingplatz und sogar ein Golfplatz.
An der Tankstelle daneben kostet der Sprit $5.98/Gallone! Zum Vergleich $3.22/G in Pahrhump, nächster Ort hinter dem Death Valley.

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Unter Badwater ist eine 85,5m unter dem Meeresspiegel liegende Senke bekannt. Von einem vorzeitlichen See ist eine begehbare Salzebene geblieben, auf denen wir einige Schritte laufen. Bene muss sich selbst überzeugen: Ja, schmeckt salzig.

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Badwater ist nicht nur der heißeste und tiefgelegenste Punkt auf den amerikanischen Kontinent, es ist auch der trockenste Ort in Nordamerika. Mit einer Niederschlagsmenge von 5cm/Jahr sind diese Eigenschaften wohlverdient.

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Auf dem Rückweg von Badwater biegen wir auf den Artist Drive ab. Diese sehr schmale, direkt durchs Gebirge führende Einbahnstraße übertrifft alle bisherigen Impressionen. In jeglichen Orange- und Rottönen leuchten uns die Gebirgsschichten entgegen.

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Besondere Freude rufen die Dips hervor. Steil führt die Straße bergab und sofort wieder hinauf.

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Das Motiv des Tages heißt Zabriskie Point. Der Blick über die exzentrische Erosionslandschaft ist absolut faszinierend. Die Gesteinsformationen sind die Sedimente eines vor Jahrhunderten ausgetrockneten Sees.

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Der Aussichtspunkt ist wie geschaffen für Tourismus. Auf dem nahegelegenen Parkplatz aus dem Bus aussteigen, einige Meter zum Aussichtspunkt hochsteigen, Knipsen, wieder hinab- und in den Bus einsteigen. Entsprechend viele Busse halten hier.

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Auf 1669m Höhe liegt der Aussichtspunkt Dante's View. Nach vorne sieht man hinab auf Badwater. Oben weht ein herrlicher kühler Wind.

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Auf Empfehlung gehen wir Denny's zum Abendessen. Frisch aus der Wüste angekommen friert man im Restaurant fast. Ein selbst zusammengestellten Burger plus Früchte für die Dame und ein Macho Nacho Burger mit French Fries für den Herren sind akzeptabel, aber mengenmäßig eindeutig zu wenig für die Überlebenden aus dem Tal des Todes.
Bemerkenswert ist, dass man in Amerika die freundliche Aufforderung zu gehen mit der Rechnung auf dem Tisch noch während man isst oder unmittelbar darauf bekommt, obwohl fast das ganze Lokal leer ist.

Bis jetzt konnte sich noch keiner von uns vorstellen, heute in Las Vegas einzufahren. Jetzt ist es so weit. Mittlerweile ist es dunkel und in der Ferne sieht man die Lichter des Stratosphere Tower, wo wir nächste Woche übernachten werden.
Auf dem Highway ist die Hölle los, aber unsere Japanerin Cora führt uns sicher durch den dichten Verkehr. Immer wieder entdeckt man ein bekanntes Hotel vorbeiziehen, Ceasars Palace, das Luxor, das Excalibur usw. Nach dem heißen Tag sind wir ziemlich fertig und steigen erstmal im Riviera Hotel ab.

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Das Riviera haben wir gewählt, weil es eines der günstigsten Hotels war. Zusammenfassend kann man sagen, dass es gut als Absteige für die eine Nacht passt. Großes Zimmer mit bequemem Bett und Riesenglotze, Kühlschrank, Wifi, Eismaschine, alles da.
Der Preisunterschied zur Konkurrenz macht sich in Details bemerkbar. Parkplatzmangel, lange Wartezeit beim Check-In, eine Schlüsselkarte funktioniert nicht, die Eismaschine in unserem Stockwerk ist defekt, keine Beschilderung der Zimmernummern, einige defekte Lichter.

Dass wir unter 21 sind, bereitet beim Check-In wie erwartet keine Probleme. Beim Warten mustern wir die anderen Gäste. Einige Mädchen sind aufgebretzelt als wollten sie die nächstbesten Millionär aufreißen, gegen andere wiederum könnte man Bene in seinem Fußballtrikot und Lisa in ihren Surfershorts beinahe als overdressed ansehen.

Wir wandern noch ein wenig am Strip entlang, kehren aber bald durch das Kasino ins Hotel zurück, ohne dabei kontrolliert zu werden. Sin City werden wir uns nächste Woche genauer ansehen.

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Annette
02.09.2013
Zwei glückliche Menschen - weiter so!
Patin
02.09.2013
Hi. Bitte schreibt einen Bericht über Death Valley. Das interessiert mich sehr. Hab gestern immerzu a wuchs gedacht. Hält man diese Hitze aus? Habt ihr sie unbeschadet über standen? Würdet ihr noch mal durchfahren?
Bene
03.09.2013
Mit Las Vegas vor dem Fenster war die Verlockung hinauszugehen leider größer als den Tag revue passieren zu lassen :-) Jetzt ist der Bericht auch fertig
Ja, ich würde definitv wieder durchfahren (aber nur mit Klimaanlage im Auto für eine kurze Erholung.) Es gibt so unglaublich viel zu entdecken.
Steffen Bretzke
03.09.2013
Moin, es stimmt, dass die Rechnung im Restaurant oft unerwartet schnell kommt. Allerdings ist es kein Problem einfach sitzen zu bleiben, oder später noch etwas mehr zu bestellen. Die Amerikaner sind schnellen Service gewöhnt und finden es ziemlich unfassbar, dass man in deutschen Restaurants manchmal 15 min auf die Rechnung warten muss, nach dem man um diese gebeten hatte.

VG Steffen
Annette
03.09.2013
Vielen Dank für die Gänsehaut bei eurem Bericht.
Alex
04.09.2013
Ich fasse mich kurz: Wow! ;)