Trip to Pandora

04.09.2013

Bei der Ankunft in Utah wird uns eine Stunde geklaut; jetzt stehen wir nur noch acht Stunden nach Deutschland auf. In Arizona werden es allerdings wieder neun sein.
Heute besuchen wir nach dem Yosemite den zweiten und den dritten National Park. In unserem Annual Pass ist die Eintrittsgebühr für beide bereits enthalten.

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Bisher hatten wir grüne Farben im Yosemite NP, gelbe im Death Valley, rote im Valley of Fire und blauen Himmel zu allen dreien. Welches Farbschema bietet wohl der Zion National Park?

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Die Antwort lautet rot und grün. Rote von Sträuchern bewachsene Sandsteinfelsen. Inmitten der Schluchten schlängelt sich der Virgin River. Gerade geht einem der Fluss bis zum Knie etwa. Bei Regen kann sich die Wassermenge schnell auf das zehnfache ausdehnen. Vor den sog. Flash floods, einem plötzlichen Anstieg des Wasserspiegels, wird an jeder Stelle gewarnt.

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Cora muss am Visitor Center ausharren, während wir mit einem der kostenlosen Shuttlebusse den Zion Canyon besichtigen. Dass keine Autos im besucherreichsten Teil des Parks verkehren dürfen, ist eigentlich ganz angenehm.

[185] Wasserfall bei den Emerald Pools [186]

Da wir nicht viel Zeit haben, steigen wir nur am Lower Emerald Pool Trail und am Temple of Sinawava aus. An letztgenannter Haltestelle beginnt mit "The Narrows" eine der forderndsten Wanderungen, die der Park zu bieten hat. Der Wanderweg führt zuerst am Rand des Virgin River entlang, bis sich der Canyon aprubt schmaler wird. Ab hier ist Waten durch den Fluss notwendig. Passende Ausrüstung kann man sich ausleihen. Hier kehren wir um.
Nach der insgesamt 80-minütigen Fahrt haben wir trotz des kurzen Aufenthalts den Eindruck, etwas vom versprochenen Virgin Spirit mitgenommen zu haben. Nächstes Mal sollte man sich aber mehr Zeit für den Zion National Park einplanen.

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Auf der Weiterfahrt darf sich Cora doch noch an den Bergen Zions versuchen. Die einen der Berge hinaufführende Route zum Grand Canyon bietet spektakuläre Blicke zurück.

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Durch einen stockdunkelen, unbeleuchteten Tunnel verlässt man schließlich den National Park und findet sich im nächsten Wunderland wieder. Die Oberfläche der Berglandschaft ähnelt der bei der Wave. Wehmütig lassen wir das Wunderland am Fenster vorbeiziehen, denn wir wollen ja noch bei Tageslicht in den Grand Canyon hinabblicken.

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So nahtlos wie bei Siedlern von Catan geht die Berglandschaft in Wald und Wiese über. Wäre da nicht der gelbe Mittelstreifen auf der Fahrbahn, könnte man fast in der Fränkischen Schweiz sein. Allerdings wäre in Deutschland das Hinweisschild überflüssig, dass man nicht über die ziemlich unebene Wiese abkürzen soll. In Anbetracht der Monstertrucks, die halb Amerika fährt, ist der Hinweis wahrscheinlich nicht unbegründet.

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Wir lassen uns also von Cora durch die fränkische Schweiz kutschieren. Ein paar Bisons wälzen sich gemütlich auf der Wiese. Kein Auto kommt an ihnen vorbei. Anscheinend sieht man Bisons auch hier nicht alle Tage.

Laut Navi müssten wir in ein paar Minuten den Grand Canyon erreichen. Halt, erwartet man da nicht sich gewaltig hoch auftürmende Felsen irgendwo in der Wüste? Um uns herum nur Bäume.

Bei der Reservierung der Campsite haben wir uns den nächstfreien Platz am Rand augesucht. Nur eine Reihe an Wohnmobilen trennt uns laut Plan von dem Anblick, den jeder mal haben möchte.

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Als wir Cora bei #20 abstellen, taucht hinter den Bäumen tatsächlich undeutliches Licht auf. Schnell rennen wir durch den Wald dem Licht entgegen.
Wow, da ist er in Wirklichkeit, der gräänd Grand Canyon. Und er ist wirklich grand, der Boden ist nicht zu auszumachen. Bunter als erwartet blicken nackte Felswände und steile, mit Sträuchern bewachsene Abhänge entgegen. Bei den meisten Felsen sind die Plateaus auf der Oberseite bewaldet. Tiefe Schluchten trennen die Felsen, von denen jeder einzigartig geformt ist.
Der Anblick erinnert an Pandora. Bestimmt haben sich die Macher von Avatar vom Grand Canyon inspirieren lassen.

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Die Übernachtung haben wir zum Glück frühzeitig frühzeitig, denn der Campground ist ausgebucht. Fast verschwenderisch groß ist der Platz, auf dem wir unser Hobbitzelt aufstellen. Die meisten Camper sind mit Wohnmobil oder -wagen angereist und genießen die Ruhe im mitgebrachten Liegestuhl. Die Sanitäranlagen sind sauber, die Duschen günstig, Feuerholz und Nahrungsmittel zum Grillen kann man im nahegelegenen Grocery Store erwerben. Für $18 eine sehr preiswerte Alternative zur View Lodge.

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Trotzdem pilgern wir am Abend zur Lodge. Unerwartet angenehme Temperaturen in den 70s hat es hier. Aus den Liegestühlen auf der Terasse oder von der weichen Couch aus durch die großen Glasscheiben der Lodge blickend lässt sich der Sonnenuntergang über dem Grand Canyon bequem wie im Kino verfolgen.

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Auf der Terasse der Lodge witzelt Bene mit einer Amerikanerin, die ihren Mann mit allen Mitteln von einem Mauervorsprung herunterzuholen versucht. Auf eine ihrer Strategien "Der junge Mann möchte sicher auch ein Foto von da vorne machen" antwortet Bene, dass ihn seine Freundin da bestimmt nicht vorlassen würde. Keine fünf Minuten später sichert sich Lisa, die die Konversation nicht mitbekommen hat, selbst den Mauervorsprung.

[177] [190] Morgenlicht an der Lodge

Der Point Imperial ist mit 8803ft (2684m) der höchste Aussichtspunkt am Grand Canyon. Eine Frau mit National Park Service-Shirt bittet freundlich um einen Platz für ihr Stativ an vorderster Front, von wo wir gerade die Schluchten bewundern. Mit einer Videokamera wartet sie auf eine Gruppe von Helikoptern, die um 11am vorbeikommen soll. Zu gewerblichen Zwecken dürfen Hubschrauber nicht tiefer als 7500ft. fliegen.

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Die NPS-Beobachterin hat den richtigen Riecher. Das Flap-Flap mehrerer Hubschrauber ist nicht zu überhören. Auch wenn es mit dem Auge schwer zu beurteilen ist, fliegen die Motorvögel viel tiefer als erlaubt. Ziel der Studie ist, die minimale Flughöhe für gewerbliche Flüge anzuheben.

[191] Roosevelt Aussichtspunkt

Dummerweise ist die Zufahrt zu den Aussichtspunkten am Cape Royal wegen Straßenbauarbeiten gesperrt, und so verabschieden wir uns mittags wieder vom Grand Canyon.

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Hübsche Buschhaltestelle

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Auf der Strecke nach Page ereilt uns ein ähnliches Schicksal. 30 Minuten vor planmäßiger Ankunft schickt uns eine Umleitung meilenweit in die Gegenrichtung (Flagstaff).
Jedenfalls halten wir uns jetzt in Page auf und freuen uns auf das morgige Highlight: den Antelope Canyon.

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Andrea
05.09.2013
Annette und ich würden so gerne mal ein Foto von Eurem Hobbitzelt sehen.