Navajo National Monument

06.09.2013

[229] Unser Hobbitzelt auf Gouldings Campground im Morgenlicht

Wer hat aus meinem Becherchen getrunken? Wer hat von meinen Oreo-Keksen gegessen?
Nachdem wir zum Abschicken des gestrigen Blog-Eintrags kurz den Tisch neben unserem Auto verlassen haben, bewahrheiten sich die mütterlichen Befürchtungen. Wir werden bestohlen um die auf dem Tisch liegen gelassene Packung Oreo-Kekse!

Mit Gooseneck's State Park erreichen wir den östlichsten Punkt des Roadtrips. Im Wesentlichen besteht der State Park aus einem Parkplatz, auf dem es sich eine lautstarke Gruppe Norweger auf Harley Davidson Motorrädern gerade bequem macht.

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Vom Parkplatz aus erkennt man bereits die Doppelbiegung, die der San Juan River in den Canyon geformt hat. Obwohl die Strecke von Ein- bis Ausgang der Schleife 1,6km beträgt, muss der San Juan 8km durch die Schleife zurücklegt.

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Als wir zum ersten Mal ein Bild von Gooseneck's vor uns hatten, hielten wir die Doppelbiegung für ein in der Mitte gespiegeltes Foto des Horseshoe Bend in Page. Auf den zweiten Blick fallen der grauere, steinige und in immer größeren Ebenen zum Fluss führende Untergrund auf. Man könnte gut zu Fuß auf das Mittelschiff laufen. Trotz seiner Farblosigkeit hat der Canyon um den braunen San Juan mit der Doppelbiegung auch seinen Reiz.

Die steinige Oberfläche erinnert igendwie an die grauen Schuppen eines Drachen wie in Eragon. Dagegen koennte der Horseshoe Bend in Page einen roten Drachen darstellen.

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Vom östlichsten Punkt aus geht es nun wieder zurück in den Westen in Richtung Bryce Canyon, den wir morgen besuchen wollen.

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Auf unserer Reiseroute haben wir das fast unbekannte Navajo National Monument entdeckt. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine historische Indianersiedlung, die in den Felsen eingebaut, über viele hundert Jahre gut erhalten geblieben ist. Wenn man von der deutlich geringeren Besucherzahl absieht, gleichen die Steinhäuser den berühmten Bauten im Mesa Verde National Park.
Im Eingangsbereich werden wir von Indianern begrüßt, die alte Handwerkstätigkeiten wie Weben oder Töpfern vorführen.
Für eine direkte Besichtigung der Felsbauten, die nur in Begleitung eines Rangers möglich ist, sind wir leider zu spät gekommen. Stattdessen machen wir uns zu einer Wanderung auf, deren Ziel einen Blick auf die Indianerbauten verspricht. Auf dem Weg erklären beistehende Schilder die verschiedenen Pflanzen und wie sie sich die Indianer zu Nutzen gemacht haben. Nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Werkstoff oder Haarwaschnittel hat die umliegende Flora gedient.

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Nach ein paar Biegungungen erscheint im gegenüberliegenden Gebirge ein großes Felsentor, in dessen Mulde sich die seichten Konturen einzelner aneinanderliegender Häuser abzeichnen. Beim genaueren Betrachfen erkennt man ein komplett mit Treppen und Leitern verbundenes Dorf aus Häusern. Wirklich schade, dass wir diese Gänge und Häuser nicht selbst erkunden dürfen.

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Durch die große Felsenmulde geschützt haben diese Häuser den Einflüssen mehrerer Jahrhunderte fast komplett stand gehalten. Die aus dem 11. bis 13. Jahrhundert stammende Siedlung hat ca. 100 bis 150 Menschen einen Lebensraum geboten. Ernährt haben sie sich durch Ackerbau und Jagd. Die durch die umliegenden Berge gebildete Schlucht wirkt als Schattenspender gegen die natürliche Verdunstung der Sonne und schafft eine weit ausgeprägtere Natur als es das sehr heiße Klima zulassen würde.

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Auf der Weiterfahrt nehmen wir eine Stärkung der amerikanischen Art ein: Burger und Pommes. Während wir im Außenbereich von Big Al's Burger unser Menu (Buffalo Burger, Veggie Burger und French Fries) genießen, sind immer wieder ein Stadionsprecher und fernen Jubel zu vernehmen. Die Bedienung bestätigt, dass keine Meile entfernt ein High School Football Spiel stattfindet.

In den USA wird auch ein Footballspiel zwischen zwei Schulmannschaften zum sportlichen Großereignis. Die ortsansäße High School Mannschaft der Cowboys wird durch eine eigene Blaskapelle und eine Gruppe hübscher Cheerleaderinnen eifrig angefeuert.

Auf der Gegengeraden gesellen wir uns zu den Fans aus dem Monument Valley, von wo wir ja zufällig auch gerade herkommen. Die Gäste schauen schon etwas bedrückt. Bei einem Rückstand von 0:43 nach drei Vierteln haben sie einiges aufzuholen. Kurz vor Ende des Spiel gelingt den "Coogers" ein brillianter Touchdown, der ihnen acht Ehrenpunkte einbringt. Die Aufholjagd beginnt zu spät, und so gewinnen die Kanab Cowboys mit 50:8.

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Andrea Lorch
07.09.2013
Danke für das Zelt-Bild.
Benedikt, wie passt Du da nur hinein bei 1,94 Meter? Sieht nicht größer aus als unser IKEA Murmel Spielzeugzelt.
Ja, die Anschaffung meines Super-Weitwinkel-Objektivs hat sich bestimmt schon gelohnt :-)
Sabi
07.09.2013
hi ihr beiden!
endlich komme ich dazu euch zu schreiben... ich bin wirklich beeindruckt von all den schönen bildern!!! das sieht aus wie aus einer andern welt!!! und wenn ihr dann noch etwas dazu schreibt, dann ist man/frau mittendrin statt nur dabei ;) ich wünsche euch von ganzem herzen noch eine wunderbare zeit!!! ich denk ganz dolle an euch und schicke euch ganz viele liebe grüße!!! :)
Steffen
11.09.2013
In der Tat... das Zelt sieht winzig aus! Und wo bleiben die Bilder von den norwegischen Motorradfahrern?