Griffith Observatory

11.09.2013

[268] Das nächtliche Los Angeles vom Mulholland Drive

Die I-13 führt uns aus der Wüste zurück nach Kalifornien. Je näher wir Los Angeles kommen, umso dichter wird der Verkehr. Während sich auf fünf von sechs Spuren die dicken Karossen stauen, fliegt Cora federleicht auf der linken Spur vorbei. Es handelt sich um eine Carpool lane, die nur von Fahrzeugen mit zwei oder mehr Insassen befahren werden darf. Gut, dass wir uns nicht im amerikanischen Stil für jeden ein eigenes Auto gemietet haben.

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Mulholland Drive heißt eine kurvenreiche Straße in den östlichen Santa Monica Mountains. Manche bezeichnen diese als gefährlichsten Highway der USA. Wer eine der zahlreichen, krassen Biegungen nicht ernst nimmt, findet sich schnell im Abgrund oder mit großen Problemen in einer videoüberwachten Nobelvilla wieder. Als Gegenleistung für die anstrengende Fahrt bekommt man spektakuläre Ausblicke auf Los Angeles.

[270] Apartment in der Melrose Avenue

Nachdem wir das Flaschenpfand der letzten zwei Wochen zurückgegeben haben (in Utah und Arizona gibt es keine CRV), das zuletzt fast die ganze Rückbank des Autos eingenkommen hat, erleben wir bei der Suche nach unserer Ferienwohnung für drei Tage im Hollywood eine dicke Überraschung. Statt den angenommenen 18qm erwartet uns eine riesige Wohnung mit Whirlpoolbadewanne, Küche mit Backofen, zwei Fernsehgeräten und gut Platz für gut acht Leute. Wer gerade Zeit hat, kann mal bei uns vorbeischauen und mit uns die Universal Studios besichtigen.

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Am nächsten Morgen müssen wir uns von Cora verabschieden. Dem lässigen Typ von der Autovermietung, die in Long Beach ein schäbiges Büro führt, macht es nichts aus, dass unser Schnellputz den Ritt durch den wilden Westen nicht vollends unkenntlich gemacht hat.

Mit der Metro fahren wir zurück nach Downtown. Die mitfahrende Bevölkerung ist überwiegend schwarz und irgendwie fühlt man sich nicht wohl.
Ein unermüdlicher Hopper hüpft mit Schokoriegeln den Gang auf und ab. Beim nächsten Durchlauf wirbt er mit Getränken, beim nächsten mit Zigaretten. Der DJ, der den ganzen Zug ungefragt mit seiner Musik beschallt, hat einen wirklich schlechten Geschmack.

Während der Fahrt sammeln wir erste Eindrücke von Los Angeles im Tageslicht. Beschreibend für das Stadtbild sind die flachen Holzhäuser, die oberirdischen Telefonleitungen und dazwischen hohe Palmen. Am Horizont verbirgt lichter Nebel die grünen Hügel, von denen die bunten Holzbauten der Betuchten auf die Stadt hinabblicken.
Als der Zug einige vollgestopften Schrottplätze passiert, fragen wir uns, ob so der Arbeitsplatz der drei Fragezeichen aussieht. Als Kind hatte man irgendwie einen schönere Vorstellung davon.

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Walt Disney Music Hall

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Das Treiben bei unserem ersten Halt in Downtown wirkt nicht sonderlich spannend, und so ziehen wir weiter zum Walk of Fame am Hollywood Boulevard.

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In einem grandios knappen Duell, wer zu den Namen der Schauspieler auf den Sternen einen Filmtitel nennen kann, liegt Lisa am Ende vorne. Obgleich wahrscheinlich jeder gegen uns beide zusammen gewonnen hätte, bekommen wir so den Großteil des berühmten Gehwegs zu sehen.
Neben einer Reihe von Schauspielern wurde auch Musikern und Produzenten sowie Figuren wie Donald Duck einer der Ehrenplätze zugestanden. Einige unbetitelte, leere Sterne mischen sich unter. Einen besonderen Ehrenplatze gleich zu Beginn des Walk of Fame haben die Beatles und Elvis Preasley bekommen.

[277] Financial District

Auf einem Markt sticht uns Cucumber lemonade ins Auge und wir müssen das Gebräu sofort probieren. Die Gurkenlimonade trifft genau die richtige Mischung aus süß und sauer und schmeckt vorzüglich. Damit erringt sie Platz 1 auf Lisas Limonadenbestenliste.

[281] [282] Griffith Observatory

Als die Sonne langsam hinter den Hügeln versinken zu droht, brechen wir zum Griffith Observatory auf. Anscheinend verlässt sich die Stadtbevölkerung selten auf die eigenen Füße. Einmal macht ein abgasbegieriger Busch den Bordstein unpassierbar, ein ander Mal schreckt uns ein (im Nachhinein unbegründetes) "Pedestrians prohibited" ab oder der Bordstein endet einfach.

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Das Observatorium befindet sich auf der Südseite des Mount Hollywood auf 300m Höhe. Bemerkenswert ist, dass Besucher durchs Teleskop blicken und die wissenschaftliche Austellung im Inneren des Observatorium kostenlos betreten dürfen. Den fantastischen Ausblick ohne nervige Glasscheiben gibt es natürlich ebenso frei. Von hier haben wir die Hollywood Buchstaben neben der untergehenden Sonne gut im Blick. Von nebenan hört man die Klänge der Vorband von OneRepublic, die heute abend auftreten.

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Von 9/11 ist heute außer einem Hinweis im Radio den ganzen Tag nichts zu merken.

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Annette
12.09.2013
Habe leider keinen passenden Flug gefunden, sonst hätte ich mir gerne mal eure Wohnung aus der Nähe angesehen. Bin schon sehr auf die Bilder gespannt!
Patin
12.09.2013
Hi ihr Zwei. Das war jetzt doch eine richtige Entschädigung. Gern hätte ich euch besucht. Aber ich muss ja arbeiten:) Genißt eure restliche Zeit. LG Patin
Steffen
13.09.2013
Ich glaube der Freeway aus L.V. ist die I-15, nicht die I-13, oder? Und die Gegend zwischen Long Beach und Downtown führt durch South Central Los Angeles, die Gegend mit der höchsten Kriminalitätsrate. Allerdings gilt die Metro Blue Line als sicher.
Hoover Dam: Und das interessante am Namen ist doch nicht Dam sondern Hoover, benannt nach Herbert Hoover, einem Bergbauingenieur und der 31. Präsident der USA, der mit Bauprojekten wie diesem die "Great Depression" von 1929 bekämpfen wollte. Leider erfolglos währen seiner Amtszeit, er wurde 1932 nicht wiedergewählt, auch weil er die Prohibition fortsetzen wollte. Später galten seine Projekte aber als mittelfristig erfolgversprechend für die wirtsch. Erholung der USA.
Achim
16.09.2013
Unglaublich: und was habt Ihr für Eure Luxuswohnung hingeblättert?
Bene
17.09.2013
$200 für drei Nächte. Bei $45 pro Tag plus einmalige Putzgebühr ist die Wohnung für längere Aufenthalte sicher günstiger als ein Hotel.