Preikestolen

17.08.2014

Für die komplette nächste Woche sieht der norwegische Wetterdienst yr.no beständigen Regen voraus. Schade, denn der nahegelegene Preikestolen, eine Felskanzel über dem Lysefjord, sollte ein Highlight auf unserer Route werden. Die sonnigen Aussichten für Montag vormittag wurden mittlerweile auch durch Gewitterwolken ersetzt. Nichtsdestotrotz wollen wir unser Glück versuchen.

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Am nachmittag verlassen wir das Ölmuseum und Stavanger. Die Strecke zum Preikestolen ist von hier aus ausgeschildert. Normalerweise ziert das Symbol eines Quadrats mit Kringeln an den Ecken die Wegweiser, welche auf eine Sehenswürdigkeit hindeuten. Die Schilder zum Preikestolen sind mit einem besonderen Symbol markiert, das der Form des Felsens ähnelt.

Von Larvvik setzen wir mit der Fähre für knapp 95 NOK nach Oanes über. Während der Überfahrt wird dem Navi flau ohne Boden unter den Rädern und es möchte umkehren. Die letzten Kilometer zwischen Campingplatz und dem offiziellen Wanderparkplatz säumen Halteverbotschilder im Leitpfostenabstand die Straße. Eigentlich wollten wir ja den nächsten Morgen abwarten, aber da wir heute nichts weiter vorhaben, wollen wir uns schonmal umschauen. Es schüttet immernoch unerbittlich, als wir den gut ausgebauten Parkplatz erreichen. Jährlich zieht es 120 000 Touristen auf den 600m über dem Fjord thronenden Felsen.

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Wir haben riesiges Glück, denn während wir uns wettetfest umziehen, reist der Himmel auf.

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Laut Reiseführer dauert die Wanderung hin und zurück nicht ganz drei Stunden, was wahrscheinlich auch für gute Wanderer sportlich ist. Mit zahlreichen Fotostopps benötigen wir ziemlich genau zwei Stunden für den Aufstieg. Der auf felsigem Untergrund verlaufende Wanderweg ist durch den Regen mittlerweile zum rutschigen Flussbett geworden. Die Wanderschuhe erfüllen ihren Zweck bestens, wohingegen die blitzweißen Nike Air Schuhe, die uns auf dem Weg begegnen, mittlerweile bestimmt einen neuen Anstrich gebrauchen.

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Insgesamt gefällt uns die anspruchsvolle Wanderung sogar besser als die zu den Nevada Falls im Yosemite NP. Aufgrund des Regens ist verhältnismäßig wenig los und einen kurzen Moment können wir die Felskanzel sogar ohne Menschen bestaunen. Vom Rand geht es 600m gerade in die Tiefe. Ein paar Tollkühne wagen es den Oberkörper über den Rand zu strecken oder die Beine herunterbaumeln zu lassen.

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Bei Sonnenuntergang machen wir uns an den Abstieg, um vor Einbruch der Dunkelheit zurück beim Auto zu sein. Die drei Köpfe, die uns noch entgegenkommen, müssen den Rückweg über Stock und Stein wohl in Dunkelheit machen. Andere waren schlauer und haben ihr Zelt neben dem idyllischen Wanderweg aufgestellt.

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Nach der Wanderung mit unerwartet tollem Wetter übernachten wir nahe Tau auf dem Wathne Campingplatz und brechen am nächsten Morgen in Richtung Kjerag auf.

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Alexander Ploner
18.08.2014
Sehr schöne Fotos mit "gewaltigen" Landschaften. Ich finde die Wolken passen da fast ein bisschen dazu, oder nicht? ;)
Ich wünsch euch weiter ganz viel Spaß!