Ryfylke

19.08.2014

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Um zur zweiten großen Wanderroute bei Kjerag zu gelangen, müssen wir mit der Fähre den halben Lysefjord überqueren. Nach einstündiger Fahrt über eine steinige Hochebene endet die Straße am Sognedal Kai.

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Der Fahrplan, der an einem Aufenhaltshäuschen angebracht ist, weicht von den Angaben der Fährgesellschaft auf deren Website ab. Als schließlich eine Fähre anlegt, werden wir und eine chinesichen Familie (von der der Vater in Nürnberg studiert hat) auf die nächste Fähre in zwei Stunden vertröstet, weil diese schon voll sei. Wenigstens können wir in der Wartezeit Nudeln auf unserer Elektrokochplatte in der Aufenthaltshütte kochen und die Bilder der letzten Tage durchschauen.

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Mittlerweile regnet es so stark, dass man das Auto vor dem Fenster nicht mehr erkennen kann. Einige triefnasse Wanderer betreten die Hütte, um sich aufzuwärmen.

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Irgendwann schippert die nächste Fähre an und sie ist tatsächlich größer als die vorherige. Doch sie macht keine Anstalten anzulegen und treibt eiskalt vorbei. Nach etwa fünf Stunden Wartezeit fassen wir die Entscheidung die ohenhin wetterunsichere Kjerag-Wanderung sein zu lassen und drehen um.


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Als nächstes Ziele steuern wir zwei bekannte Wasserfälle an, die ebenfalls der Ryfylke Region angehören. Zuerst müssen wir eine Hochebene überqueren, deren Art von Ökoregion oberhalb der Nadelgrenze man im skandinavischen Raum Fjell nennt.

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Eine kleine Herde Schafe macht sich einen Spaß daraus, vor dem Auto herzulaufen. Trotz milden Temperaturen findet sich ab und zu Schnee zwischen den Felsen.

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Die Straße ist so schwindelerregend eng und kurvig und trotz Absturzgefahr ohne Leitplanke, dass dieser Streckenabschnitt den Titel Gefährlichster Highway viel eher verdient hätte als der Mullholland Drive in Los Angeles.

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In Anbetracht der unzähligen gigantischen Wasserfällen, die man beim Vorbeifahren an steilen Hängen hinabstürzen sieht, erscheint der Latefossen langweilig. Es ist schwierig einen Blick auf beide Seiten des Zwillingswasserfalls zu erhaschen. Direkt am Fuß des Wasserfalls führt der Ryfylke-Weg über eine Brücke, so dass vorbeifahrende Autos, LKWs und Wohnmobile die Sicht versperren. Zudem hat jemand ein Ungetüm von Souvenirshop zwischen Brücke und Fälle gepflanzt.

Die Fjordlandschaft ist die Heimat der Wohnmobile. Während sich die Häuser auf Rädern bei breitem Gegenverkehr Zentimeter für Zentimeter voran tasten müssen, kommen wir mit dem Galaxy gut voran. Übrigens gilt in Norwegen ein Tempolimit von 90 auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen und 50 innerorts.

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Die Norweger sind total kreisverkehrverrückt. Eigentlich findet man so ein rundes Ding an jeder größeren Kreuzung. Eine Verkehrsampel haben wir seit Kristiansand nicht mehr gesehn.
Die ausgefallene Dreierkreisverkehrkaskade, wo man drei Kreisverkehre hintereinander durchfährt, und den Kreisverkehr mit nur zwei Ausfahrten toppt nun ein futuristisch blau beleuchteter Kreisverkehr im Tunnel. Leider können wir mit dessen Beschilderung nichts anfangen und entscheiden uns für die falsche Ausfahrt, welche uns auf die Hardangerbrua und über den Fjord führt. Beim Wenden auf der anderen Flusseite stellen wir ernüchtert fest, dass die Brückenüberfahrt jeweils 150 NOK Mautgebühr gekostet hat.

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Am Westrand der Hardangervidda in Eidfjord verläuft der kleine Fluss Bjoreio, der beim Voringfossen 183m hinab in eine Schlucht fällt. Die Wassermenge wird durch einen Stausee oberhalb des Wasserfalls zur Stromgewinnung reguliert, im Sommer jedoch aus tourischten Gründen auf das natürliche Volumen erhöht.

Das Wort vøringen bedeutet übrigens der Geachtete.

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Von Storjagel wandern wir zum Fuß des Wasserfalls. Die Bürger von Eidfjord hatten den Wanderweg zum Besuch von Prinz Oscar, später König Oscar II, angelegt, um es dem Prinzen möglichst bequem zu machen.
Obwohl die Informationstafel 1-1,5 Stunden für den kurzen Wanderweg veranschlagt, benötigen wir knapp 3 Stunden. Auf den von Fluss und Regen glitschigen und spitzen Felsbrocken ist es dermaßen rutschig, dass wir die Beschreibung "bequem" nicht attestieren können.

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Oberhalb des Wasserfalls befindet sich ein Hotel, von dem man bei gutem Wetter einen tollen Blick über die Schlucht hat. Der Besitzer des Hotels bezahlte damals die Holzbrücke über den Fluss, die mehrmals von der Wasserflut mitgerissen wurde. Die wackelige Hängebrücke, die wir heute vorfinden, scheint uns zu halten.

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Alexander Ploner
23.08.2014
Ich geb ja zu, dass ich nur die Bilder angeschaut habe, weil ich bis Dienstag noch so viel zu tun hab (vielleicht hol' ich's dann nach), aber die Bilder sind wie immer absolut top! Das wollte ich trotzdem da lassen ;).
Andrea
24.08.2014
... also ich lese primär :-)
Klingt ja manchmal sehr gefährlich.
Soll ich jetzt mehr Sorge um EUCH oder um mein Auto haben?
Letztes Foto ist identisch mit dem 6 Fotos zurück...
vg Andrea
Lisa
25.08.2014
Danke, das doppelte Bild haben wir rausgenommen ;)