Ayutthaya

19.02.2015

Auch wenn wir noch längst nicht alles in Bangkok gesehen haben, wollen wir uns etwas von der hektischen Großstadt entfernen und die Tempelanlagen im Norden Thailands besichtigen. Buslinie 59 bringt uns mitsamt Koffer vom Hotel bis zum Don Mueang Flughafen. Die veranschlagte Fahrzeit beträgt über zwei Stunden. Tatsächlich weist uns der eifrige Schaffner, der im Laufe der Fahrt die Fahrgebühren von 46 Baht gegen zwei Tickets aus seiner klingelnden Geldbörse eintauscht, schon eine knappe Stunde früher als erwartet darauf hin, dass wir bei der nächsten Haltestelle aussteigen wollen. Die gute Staulage bringt dem Busfahrer und seinem Schaffner heute wohl eine längere Kaffeepause ein.

Durch seine Lage im Norden von Bangkok liegt der Don Mueang International Airport (DMK) wie geschaffen für Touristen, die mit dem Mietauto in den Norden fahren und möglichst dem Verkehrschaos der Hauptstadt entfliehen wollen. Während die Dame am Schalter von Budget die französische Innenseite des internationalen Führerscheins kopiert, der eigentlich weniger Informationen enthält als das normale Führerscheinkärtchen und wie sich herausstellt nur für chinesische Mieter wegen der chinesischen Zeichen benötigt wird, händigen uns ein paar Uniformierte einen Flyer mit der Telefonnummer der Tourist Police aus: 1155. (Wer die letzte Ziffer mit einer Null verwechselt, kommt übrigens bei Pizza Hut raus.) Wir nehmen den Hinweis gerne entgegen, denn bis auf die Personen, die täglich mit Touristen zu tun haben, scheinen nur wenige sich auf Englisch verständigen zu können.

Nachdem der Papierkram erledigt ist und wir zu dem kleinen Honda mit Automatik-Getriebe geführt worden sind, der einen ziemlich neuen Eindruck macht, vermerkt der Mitarbeiter der Autovermietung akribisch alle Kratzer auf seinem Formular. Das thailändische Modell erkennt man daran, dass die Klimaanlage nur zum Kühlen und nicht zum Heizen vorgesehen ist. Als wir nach einem Erste-Hilfe-Set für den Notfall fragen, muss erst die Dame vom Empfang herbeigerufen werden und erklären, dass so etwas in Thailand nicht vorgeschrieben ist.

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Die ersten Meter im thailändischen Linksverkehr sind aufregend. Von beiden Seiten versuchen sich Motorradfahrer an den Autos vorbeizudrücken und man muss höllisch aufpassen keinen zu übersehen. Ungefähr vier von fünf Autos sind Toyotas. Der Rest stammt von Isuzu, Mazda und Honda. Deutsche Automarken sucht man vergeblich.

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Mit dem betonierten Highway auf Stelzen, den oberirdischen Stromleitungen und riesigen Reklameschildern am Straßenrand erinnert die dreispurige Schnellstraße an die Autofahrt in Los Angeles. Allerdings sind die vielen Pickup Trucks nicht von nur einem stolzen Amerikaner besetzt. 15 Passagiere ist der Rekord, den wir auf der Ladefläche eines Pickups ausmachen können.

Als wir eine Stunde später das erste Ziel erreichen, sind die Scheiben schon vielfach gewischt. Dass sich der Blinker rechts von Lenkrad befindet, ist noch gewöhnungsbedürftig. Je weiter wir in den Norden kommen, umso lichter wird der Verkehr und das Autofahren wird zur Normalität. Während auf Bundesstraßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 90 km/h und auf Autobahnen 120 km/h üblich erscheint, sind innerorts außerhalb der Region um Bangkok 90 km/h erlaubt. Das liegt zum einen daran, dass die Autobahnen oft quer durch das Ortszentrum führen und die Fahrtrichtungen baulich voneinander getrennt sind. Und in den kleineren Straßen ist es einfach nicht möglich, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Zudem finden sich ab und zu Verkehrszeichen mit knausrigen Tempolimits am Straßenrand, jedoch scheinen diese keinen zu kümmern. Ungefähr die Hälfte der Schilder können wir aufgrund der thailändischen Zeichen nicht entziffern. So eng sieht man Verstöße gegen die Verkehrsordnung anscheinend hier auch nicht und wir sehen auf der gesamten Fahrtstrecke insgesamt nur zwei Unfälle.

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Die Thailänder scheinen große Karaoke Fans zu sein. Während dieses Foto entsteht, ertönt über den Chao Phraya Fluss der Gesang eines Thailänders, der auf einem kleinen vorbeifahrenden Ausflugsdampfer einen Fernseher an Bord anbetet. Später im Big C Supermarkt finden wir auch einen Karaoke-Kabinen.

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Die Provinzstadt Ayutthaya war von 1351 bis 1767 Hauptstadt des gleichnamigen siamesischen Königreichs und ist bekannt für eine Vielzahl von Tempeln. Der Geschichtspark gehört sogar zum UNESCO-Welterbe. Wir halten gleich an der ersten Tempelanlage, die uns auf dem Weg begegnet. Außer einer Gruppe von auf Elefanten reitenden Touristen ist nicht viel los und wir können die Ruinen des Wat Khudeedao ungestört erkunden. Viele Türmchen stehen schief und einige Gebäude sind wie unter einer großen Last in der Mitte durchgebogen. Egal in welche Richtung man blickt, hinter den Bäumen sieht man schon die Spitzen weiterer Tempel emporragen.

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Regenschirme benötigt man in Ayutthaya so selten, dass man sie auch an der Decke lagern kann.

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Es ist so heiß, dass wir uns nach einem kühlen Watermelon Shake sehnen, und so beschließen wir in Richtung Innenstadt weiterzufahren. Im idyllischen Garten des Park Hotel werden wir tatsächlich fündig.

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Als es zu regnen beginnt, folgen wir der Empfehlung des Hotelinhabers zum Suwanthara Spa. Für 250 Baht kann man sich hier eine Stunde lang eine echte Thai Massage gönnen. Zu Beginn bekommt man die Füße gewaschen. Nachdem wir ein dünnes Stoffgewand angezogen haben, werden wir in einen düsteren Raum mit zwei Reihen von dünnen Matratzen am Boden geführt, der an eine gut sortierte Übernachtungsparty erinnert.

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Lisas Masseurin setzt ähnlich der Schnellanleitung auf dem Foto eine Mischung aus Dehnbewegungen und Massage an, während Benes Nacken massakriert wird. Anscheinend haben wir zwei sehr unterschiedliche Interpretationen dieser traditionellen Massagekunst demonstriert bekommen.

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Als heiligster Tempel zur goldenen Zeit Ayutthayas beherbergte der Mahathat Chedi angeblich einst Reliquien des Buddha. Chedis sind Mahnmale, die eine der acht Reliquien oder Besitztümer des Buddha beherbergen.

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Eine der Attraktionen der Wat Maha That Tempelanlage ist der in einen Baum eingewachsenen Buddha-Kopfes, den wir mehr zufällig entdecken. Angeblich darf man kein Bild des Kopfes von oben machen.

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Wat Mahathat wurde 1767 wie viele andere Tempel auch durch birmanische Eroberer eingenommen und niedergebrannt.

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Gleich gegenüber des Wat Maha That haben Zeltstände und Flohmarkttische die Straße besetzt. Die Nachtmärkte, auf denen vor allem frisches Obst und lokale Köstlichkeiten vom Grill angeboten werden, scheint es in jeder Stadt und an jeden Tag zu geben. Mango, Melone und Jackfrucht, die wir uns aus der Vielzahl an Obstsorten aussuchen, schmecken vorzüglich. Von den getrockneten Insekten lassen wir lieber die Finger. Da fast alle Gerichte mit Fischsoße oder Fleisch zubereitet sind, fällt es schwer etwas vegetarisches zu finden. Es gibt Spieße mit gegrilltem Scheine- und Hühnermagen oder -leber, die im Lauf des Tages an Größe verlieren, da die Verkäufer das Fleisch permanent auf dem Grill brutzeln lassen und schwarze Stellen immer wieder mit der Schere bearbeiten.

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Der Wat Chai Watthanaram besteht aus vier kleinen Prangs (Tempeltürmen), die einen hohen zentralen Prang umspannen. Steile Stufen führen zur Kammer an der Spitze des zentralen Turms empor. Der König soll hier religiöse Zeremonien abgehalten haben.

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Ohne Kokosnuss für 30 Baht pro Stück bekommt man Lisa in Thailand nicht zu sehen.

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Andrea
25.02.2015
Super Stimmung auf den Budda Bildern! Erwähnt doch bitte mal, wieviel so ein Baht bzw. dann die Thai-Massage etc. in Euro ungefähr sind. Danke Andrea .... wartend auf das Frühjahr hier!
Bene
01.03.2015
Ein Euro sind ca. 37 Baht. Eine Stunde Thai Massage kostet also gerade mal sieben Euro. Mit dem Umrechnungskurs von der Sparkasse etwas mehr.