Chiang Mai

22.02.2015

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Reisfelder säumen die Straße. Sie sind umrahmt von steilen Hügeln, die sich fast nahtlos an die flache Landschaft anschließen. Umso weiter wir in den Norden vorstoßen, umso hügeliger wird das Bild der thailändischen Natur. Während der vierstündigen Autofahrt von Sukhothai nach Chiang Mai legen wir immer wieder spontane Stopps ein, um diese Eindrücke mit unserer Kamera festzuhalten.

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In Chiang Mai werden viele Kochkurse angeboten, wobei mit Marktbesuchen und selbst herzustellenden Currypasten, die essentiell für das thailändische Essen sind, geworben wird. Die Möglichkeit, einmal alle exotischen Zutaten auf einem Thai Markt einzukaufen und daraus ein Essen zu kreieren, will sich Lisa nicht entgehen lassen.

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Insgesamt werden sechs verschiedene Gerichte gekocht, die man aus einer großen Auswahl aussuchen kann. Da alles von Grund auf selbst hergestellt wird, ist es kein Problem, jedes Gericht auch vegetarisch zu machen. Anders als in Deutschland, gibt es hier viele Helferinnen, die dreckiges Geschirr abspülen und viele Kleinigkeiten vorbereiten, damit die Besucher ausschließlich kochen können. So ist es auch möglich in relativ kurzer Zeit so viele Gerichte zu kochen. Für Lisa ist es trotzdem ein komisches Gefühl alle Arbeiten einfach an andere abzugeben. Am Ende jedes Kochkurses gibt es ein Rezeptbuch mit allen Gerichten zum Nachkochen. Das wird in Deutschland bestimmt bald zum Einsatz kommen.

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Sie malen, spielen Fußball und Basketball und geben Küsschen. Die 77 Bewohner des Maesa Elephant Camp zeichnen viele erstaunliche Fähigkeiten aus. Jeden Tag werden die großen und kleinen Dickhäuter in den Fluss geführt und von ihren Reitern vor den Augen hunderter Besucher geschrubbt. Drei Elefanten schaffen es vollständig unterzutauchen und stauen dabei eine Menge Wasser auf.

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Nach der Wäsche startet die große Show, bei der die Elefanten ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Es werden verschiedene Möglichkeiten des Auf- und Absteigens gezeigt.

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Schließlich werden zwei Übergroße Fußbälle aus dem Tor geholt und den zwei Schützen zugerollt, die ohne anzunehmen abziehen und dabei eher ihre hinter den Tor wartenden Kollegen treffen als in die Maschen.

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Beim Elfmeterschießen schafft trotz Antäuschtricks keiner, den unverhältnismäßig großen Torwart zu Überwinden. In einem unaufmerksamen Moment schnappt sich der eine Schütze den Ball mit dem Rüssel vom Anstoßpunkt, rennt auf's Tor zu und schießt aus naher Distanz ein. Als Torjubel lässt er den Rüssel wie ein Torrero kreisen.

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Ihre künstlerische Begabung beweisen die Schwergewichte mit dem Pinsel. Mithilfe eines Menschen, der Pinsel und Farben wechselt, malen die Elefanten scheinbar darauf los. Diejenigen, die am schnellsten fertig werden wollen, produzieren einen Blumenstrauß. Einer zeichnet seinen Kollegen Benjamin Blümchen und ein anderer verzückt mit einem chinesischen Drachen auf rotem Untergrund.

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Nicht nur ganze Bananenstauten suchen die langen Rüssel in der Nähe der Besucher. Geldscheine werden ebenso eifrig entgegengenommen und mit einer fotoreifen Umarmung quittiert. Wer nach dem Fotoshooting noch ein Bündel Baht übrig hat, kann dies gegen einen Elefantenritt eintauschen.

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Auf dem Rückweg vom Elefantencamp befinden sich die Mae Sa Wasserfälle, die aus zehn kleineren Fällen bestehen. Gerade ist Trockenzeit und die Wassermenge hält sich in Grenzen, aber für manche Besucher genügt es zum Baden.

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Chiang Mai ist berühmt für seine Nachtmärkte. Wer hungrig ist, ein paar Ulaubsandenken sammeln oder einfach die Eindrücke des asiatischen Lebens auf sich wirken lassen möchte, sollte sich auch von der Masse an Besuchern nicht abschrecken lassen. Nach dem Kochkurs und dem Elefantenreservoir geht es wieder gemeinsam dort hin. Im Internet wurde empfohlen bereits vor Dunkelheit loszugehen, um nicht von den Besuchermassen erschlagen zu werden. Dieser Tipp erweist sich als äußerst sinnvoll. Musiker spielen zur allgemeinen Unterhaltung und ganze Stände werden mit dem Motorrad an lukrativere Orte transportiert. Währenddessen kreuzen viele Einkaufende den Weg. Das bute Treiben stoppt schlagartig, als Musik aus den Lautsprechern an den Stromleitungsmasten ertönt. Jeder Thailänder senkt andächtig den Blick und steht still. Für kurze Zeit stoppt das Leben auf einen Schlag und beginnt nach dem Verklingen der Töne ebenso plötzlich. Als wir uns nach dem Spektakel nach dem Grund erkundigen, erfahren wir, dass jeden Tag um morgens und abends die Nationalhymne gespielt wird.

Das Leben in Asien ist sehr kontrastreich. Auf unseren Autostrecken haben wir immer wieder Kontakt mit der ländlichen Bevölkerung. Sie leben in deutlich einfacheren Verhältnissen als wir. Dafür ist das gegenseitige Interesse aneinander und die Freundlichkeit, die uns entgegen gebracht wird, umso größer. Aber Asien ist auch das Land, in dem technologische Entwicklungen aufblühen. Es gibt riesige, hochmoderne Shopping Center, deren futuristischer Anmut eine andere Geschichte erzählt.

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Thailändische Baugerüste sind sehr individuell auf jedes Objekt abgestimmt.

Wir wollen auch diese Facette Asiens sehen und fahren ins ChiangFestival. Auf vielen Etagen werden Designerklamotten, Fotoequipment und ausgefallenes Essen angeboten. Unser Ziel ist die Cold Stone Creamery, deren ausgefallene Eiskreationen wir schon einige Male in Amerika genossen haben. Beim Vorbeischlendern an den vielen Restaurants erhaschen wir Blicke auf private Tischgrills oder Fondues. Zur allgemeinen Attraktion kommt sogar schon ein Roboter zum Einsatz. Dieser Ideenreichtum muss aber mit westlichen Preisen bezahlt werden. Wir bleiben lieber doch bei Benes lang ersehnter Chocolate Devotion der Cold Stone Creamery.

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Mit Chiang Mai haben wir den nördlichsten Punkt unserer Strecke erreicht. Imsgesamt 700 km Fahrt trennen uns von Bangkok. Bevor es wieder zurück geht, wollen wir noch eines der bekanntesten Wahrzeichen Chiang Mais besuchen, das Wat Phra That Doi Suthep. Auf einen Berg weit über der Stadt erhebt sich das vergoldete Chedi, das Reliquien des Buddha beherbergt. Buddhistiache Pilger aus der ganzen Welt strömen die 200 Stufen lange Treppe in die Höhe. Sie bringen Lotusblumen oder kleine Glocken mit, um Buddha zu ehren. Bereits beim Aufstieg wird die Bedeutung des Ortes spürbar. Zwei riesige, steinerne Schlangen säumden die Treppe für die Besucher. Diese Wirkung wird auch durchaus ausgenutzt. Am Fuß der Treppe stehen kleine thailändische Kinder, die in Kostüme gezwängt den Touristen Geld abschwatzen sollen. Wir beobachten, wie sie Anweisungen ihrer Eltern bekommen und daraufhin Lieder anstimmen oder Essen anbieten.

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Der Legende nach entstand der Tempel durch die Zweiteilung einer Buddha Reliquie in Sukhothai. Während die eine Reliquie dort blieb, schnallte man die andere auf einen Elefanten. Dieser lief nach Doi Suthep und starb schließlich an der Stelle, an der heute der Tempel gebaut ist.

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Bevor wir die lange Rückfahrt nach Bangkok antreten, nehmen wir den auf der Strecke liegenden Monthathan Wasserfall mit. Nachdem die Wege zu den höhreren Ebenen leider gesperrt sind, vernichten wir die verbliebene Drachenfrucht und verlassen anschließend den Norden.

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