CHCH

26.02.2015

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Für manche ist es der Anfang einer großen Reise, für andere das Ende. Wer in Christchurch angekommen ist, hat entweder noch viel vor sich oder kann viel erzählen. Christchurch (CHCH) ist mit knapp 350 000 Einwohnern die größte Stadt auf der Südinsel. Wegen der Cricket Weltmeisterschaft sind fast alle Unterkünfte ausgebucht. Wir steigen im Kiwi Basecamp ab, das wir im Voraus gebucht hatten. Das Hostel wirbt mit awesome homemade bread zum Frühstück und überhaupt wird alles in der Unterkunft als awesome bezeichnet. Von den vielen deutschen Backpackern wird das Brot mit der Bestnote ausgezeichnet und ist entsprechend schnell vergriffen.

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Zum Abendessen sind wir bei Julia und Lea eingeladen, die als Couchsurfer bei Beth abgestiegen sind. Die beiden feiern nach einer abenteuerlichen Reise durch Asien, Australien und Neuseeland heute ihren letzten Abend. Bei Couscoussalat und Avocadocreme genießen wir auf Beths Terasse die letzten Sonnenstrahlen und tauschen Reiseerlebnisse aus. Es ist amüsant die beiden am anderen Ende der Welt wiederzutreffen. So können wir ihre Geschichte von Vietnam, Kambodscha, Thailand, Astralien und schließlich Neuseeland aus erster Hand erfahren. Beths wertvolle Tipps wie das Regenradar und Julias und Leas Isomatten werden uns auf der weiteren Reise begleiten.

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Neben Backpackern scheint der Großteil der Bevölkerung in Christchurch aus Bauarbeitern zu bestehen. Die Spuren des Erdbebens vor fast genau vier Jahren sind noch an vielen Orten allgegenwärtig. Ganze Straßen sind gesperrt, Gebäude eingezäunt oder gestützt und der berühmten Kathedrale fehlt nach wie vor die Vorderseite. Ein temporäres Mahnmal aus 185 weiß gestrichtenen Stühlen auf 185 Quadratmetern erinnert an die Todesopfer. Google Street View hat sich zu einer Option durchgerungen, mit der man zwischen den Aufnahmen vor und nach dem Erdbeben umschalten kann.
Auf der anderen Seite empfinden wir Christchurch als ruhiges, sehr hübsches Städtchen. Viele neue Gebäude sind am Entstehen oder schon fertig gestellt. Durch den farbintensiven botanischen Garten führt ein seichter Fluss, auf dem man sich von einem Gondolieri chauffieren lassen kann. Tagsüber ist angenehm warm. Nach der thailändischen Hitze unterschätzt man den Sonnenschein über Neuseeland leicht, was unmittelbar zum ersten Sonnenbrand führt.

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An der Cathedral Junction rollt die Tram durch ein kleines Einkaufszentrum und biegt schließlich in Richtung Cathedral Square rechts ab.

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"Diese Wand kann nicht sprechen." Ist diese Wand der Pendant zu folgender Wand, die wir damals in im Hippie-Viertel Haight-Ashbury in San Francisco gefunden haben?

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In der ganzen Stadt finden sich hausgroße, beeindruckende Graffitis. Seit etwa einer Woche gibt es anlässlich des Street Art Festivals die Ausstellung Spectrum im YMCA. Der Stil der Street Art entstand in den 1970ern und 80ern aus den Sprühflaschen New Yorkers Künstler.

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Man betritt die Ausstellung durch den Thrift Shop, auf "Deutsch" Second-Hand-Laden, für den eine interessante Sammlung aus ungewollter Kunst zusammengekommen ist. Darunter befinden sich u.a. Porzellanteller, Gemälde, die mit einem modernen Element wie einer CCTV-Kamera versehen wurden, und der Liedband zu High School Musical.

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Dieser Raum wurde von Künstlern aus Christchurch mit Stickern beklebt.

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Aus dem Sprühkopf der acht Dosen, die mit dem Namen der Künstler markiert sind, strahlt Licht auf die 24 x 6 Meter große Backsteinwand, die mit einfallsreichen Gemälden bedeckt ist. Es ist schade, dass die Ausstellungen nach wenigen Räumen bereits endet.

Nachdem man kostenloses Wifi in den Unterkünften in Neuseeland nicht so selbstverständlich vorfindet wie in Thailand, machen wir einen Umweg über das nahe gelegene Burger-Restaurant und bereiten aus darauf vor am nächsten Tag mit dem Auto ins Land zu ziehen.

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