Pancake Rocks

11.03.2015

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Wellen spritzen gegen die Felsen. Im Hintergrund schickt die Sonne ihre letzten Strahlen des heutigen Tages zu den zerklüfteten Klippen. Während sich das Grau des Steins langsam goldgelb färbt, bestaunen wir das Naturschauspiel. Wie einzelne Pfannkuchen sehen diese Felsen aus. Riesige aufgetürmte Berge, die in so großer Anzahl vorkommen, dass nichtmal der komplette Besucherstrom es schaffen würde, sie zu verspeisen. Diese Eigenschaft hat den Felsen wohl ihren Namen gegeben, die Pancake Rocks. Wir finden, dass man sie auch gut als Sushiteller betiteln hätte können, sehen sie doch aus wie die auftürmenden Tellerberge nach einer ausgedehnten Mahlzeit beim Running Sushi.

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Gespannt warten wir vor einer kleinen Öffnung bei den Pancake Rocks. Die Informationstafel hatte ein Blowhole versprochen, also Meerwasser, das durch einer Öffnung im Felsen herausspritzt. Das tiefe Grummeln der eintreffenden Wellen ist bereits kräftig zu hören, doch da momentan Ebbe ist, müssen unsere Erwartungen noch bis zur Flut morgen Mittag vertagt werden.

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Am nächsten Morgen statten wir den Pancakes einen weiteren Besuch ab. Obwohl es noch recht früh ist, stehen bereits einige Touristenbusse auf dem Parkplatz und im gleichnamigen Pancake Cafe herrscht reger Betrieb. Uns hat das sanfte Morgenlicht angelockt.

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Während das vom Morgentau nasse Zelt auf dem Autodach trocknet, brechen wir zu einer Wanderung durch den Paparoa Nationalpark auf. Der erste Abschnitt des für mehrere Tage ausgelegten Inland Pack Trail bringt uns in einen üppigen Regenwald. Zwischen den Nauku Palmen und Farnen könnte man sich in einem südamerikanischen Regenwald wähnen. Die vorwiegend in Neuseeland beheimateten Nordinsel-Eisenholz Bäume geben der Szenerie einen einzigartigen Anblick.

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Nach etwa einer Stunde wechseln wir auf den Poprari River Track, der entlang des Flusses durch einer wundervollen Schlucht zwischen den Kalksteinfelsen führt.

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Ein munterer Vogel landet auf dem dünnen, schwarzen Ast einer von uns Kabelbaum getauften Pflanze. Es ist amüsant anzusehen, wie der Vogel das Schaukeln des Asts mit dem Hals ausgleicht, sodass der Kopf an der selben Stelle bleibt. Leider haben Benes Wanderschuhe die Aufmerksamkeit des Vogels erregt, bevor wir die anmutende Kopfbewegung aufnehmen können. Neugierig wird an den Schnürsenkeln gepickt, bis das Interesse gestillt ist.

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Den Rückweg zum Auto gehen wir auf der Straße und kommen dabei ein drittes Mal an den Pancake Rocks vorbei. So müssen das wohl die Reisefotografen von Beruf machen: so oft an einem Motiv vorbeikommen, bis Wetterverhältnisse und Lichtstimmung für das perfekte Bild harmonieren. Gerade ist Flut und die Blowholes lassen nicht zu wünschen übrig. Mit jeder Welle spritzt ein Schwall Meereswasser aus der unterirdischen Öffnung über die Türme der umliegenden Pancakes. Man könnte interpretieren, dass die Sushi-Teller sauber gewaschen werden. Lautes Staunen entgeht den Beobachtern, als eine besonders hoher Spritzer für kurze Zeit das Blowhole vollständig verdeckt. Mit genügend Bildmaterial bewaffnet könmen wir die Pancake Rocks damit endgültig abhaken.

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Den Abend widmen wir ein paar interessanten Steinformationen, die uns am Vortag an der Westküste zwischen Greymouth und Punakaiki ins Auge gesprungen sind.

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Nachdem die Sonne untergegangen ist, währt das Abendrot noch lange, so dass wir immer weiter abtreiben. Dummerweise haben wir keine Taschenlampe dabei und irren etwas am Strand umher, als die Dunkelheit anbricht. Mithilfe der auf dem Weg aufgenommenen Motive können wir uns schließlich zum Ausgangspunkt und zum Auto zurückhangeln. Mit leichter Verspätung kommen wir im YHA Hostel in Westport an, aber der Ausflug hat sich gelohnt.

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Almuth
19.03.2015
Das nenne ich mal einen schönen Sonnenuntergang!
Bernie
19.03.2015
Das Bild vom Blowhole gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten. Im Bild kann man die Dynamik und Gewalt dieses Naturereignisse spüren. Und darüber der Regenbogen. Das gefällt mir.