Nelson

13.03.2015

"Where are you from?" - "Germany" - "Lots of Germans here around"
Ähnliche Kommentare hört man immer wieder, nachdem man nach seiner Nation gefragt wird. Unseren Beobachtungen zufolge stimmt es tatsächlich, dass die meisten Urlauber aus Deutschland oder China kommen. Der Anteil an einheimischen Reisenden scheint verschwindend gering. Als wir mal einen waschechten Neuseeländer beim Abwaschen erwischen, verrät er uns, dass die Neuseeländer ihre freien Tage am liebsten am Strand verbringen. Mit den traumhaften Stränden der Golden Bay und des Abel Tasman Nationalparks erscheint die Nelson-Tasman-Region im Nordwesten der Südinsel wie das Paradies, um ein paar sonnige Tage zu verbringen.

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Die Schönheit dieser Gegend hat auch uns angezogen. Um den Samstagsmarkt zu besuchen, kommen wir jedoch zunächst am Freitag nach Nelson. Dabei machen wir gleich Bekanntschaft mit den kurzen Öffnungszeiten der Museen. Als wir den Heritage Park aufsuchen, ein Freilichtmuseum mit lebenden Akteuren, haben die Schauspieler schon Feierabend. Immerhin lässt uns die nette Kassiererin kostenlos die letzten Minuten vor Schließung durch den Park spazieren. Es ist interessant nachzuvollziehen, wie die europäischen Siedler um 1800 mit nichts außer den mitgebrachten Utensilien sich von Grund auf ein neues Leben erwirtschafteten und eine Industrie aufbauten.

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Im Mittelpunkt des Freilichtmuseums steht die Founders Brauerei. Da der Biergarten am Wochenende länger geöffnet hat als der Park, gönnt Bene sich eine Verkostungsprobe, welche jeweils ein paar Tropfen des Gebräus nach dem Rezept eines bestimmten Jahres enthält. Auch wenn jede Sorte ihren einzigartigen Geschmack birgt, erhält keines der Pilsbiere die Bestnote vom fränkischen Tester. Hoch im Kurs steht das Red Ale aus dem Jahr 1903. Dagegen belegt die aktuelle Version aus dem Jahr 2009 mit ihrer geschmacksarmen Art den letzten Platz.

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Unweit des Freilichtmuseums markiert ein Kunstwerk auf einem Hügel den Centre of NZ. Ob die Spitze des Bogens tatsächlich auf den Mittelpunkt des Pazifikstaats zeigt, ist Ansichtssache. Da der Bezirk Nelson geographisch zentral und der Hügel mit dem Center of NZ im Mittelpunkt des Bezirks liegen soll, ist der Titel durchaus gerechtfertigt. Tatsächlich entstand der Name jedoch durch Volkszählungen mit einer Triangulationsmethode, welche die Erdkrümmung in die Zählung miteinbezieht. Der aus Nelson stammende Forscher setzte einen der Eckpunkte des ersten Dreiecks schlichtweg auf diesem Hügel fest.

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Am nächsten Morgen haben Händler ihre Zelte auf dem Montgomery Square in der Innenstadt aufgeschlagen. Besonders vielfältig ist das Angebot an aus Jade oder Knochen und Muscheln gefertigten Anhängern und Schmuckstücken. Lokale Designer bieten selbstgenähte Taschen und Klamotten an. Ein Schreiner vermeldet nach jeder abgeschlossenen Verhandlung durch Anschlagen einer rostigen Triangel das erfolgreiche Geschäft.

Lisa hatte schon scherzweise prophezeit, dass wir möglicherweise auf Leberkäse stoßen könnten. Und tatsächlich, einer der Wägen bietet bayerischen Leberkäse und sogar Nürnberger Stadtwurst an! Auf Nachfrage, ob die bayerische Gangart importiert werde, stellt sich heraus, dass die Verkäuferin aus Würzburg stammt und ihre Spezialitäten nach fränkischem Rezept fertigt.

Neben allerlei Fressbuden mit den genannten bayerischen Grundnahrungsmitteln, Fish & Chips sowie thailändischer und chinesischer Cuisine locken regionale Gemüse- und Obststände mit großer Auswahl. Nach zahlreichen Kostproben erwerben wir ein Kilo der besten Pflaumen, die wir jemals gegessen haben. Einen Tag später werden wir bereuen, nicht mehr der leckeren Früchte mitgenommen zu haben.

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Patin
23.03.2015
Hi Ihr. Ich vermisse Bilder vom Markt. Könnt ihr noch welche schicken? Patin