Abel Tasman

15.03.2015

maritimes Fjordland - alpine Gletscher - tropische Regenwälder - karibische Küsten

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So unterschiedlich alle diese Ziele auch klingen, die Südinsel Neuseelands beinhaltet in ihrer Vielfalt alle. In den Catlins sind wir in die Regenwälder der Küstenregion eingetaucht, auf den Fox Gletscher haben wir einige Blicke erhascht, am Milford Sound wurde das Fjordland erkundet und im Abel Tasman Nationalpark werden wir die karibischen Traumstrände selbst mit dem Kajak entdecken. Bevor wir sie endgültig verlassen, verwöhnt uns die Südinsel noch einmal mit ihrer einzigartigen Schönheit.

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„I would be happy to book the kajaktour for you“, bietet die Frau in der Touristeninformation an. Wir sind im Abel Tasman Nationalpark angekommen und erkundigen uns nach Kajaktouren für die kommenden Tage. Nach ein paar Schilderungen der Möglichkeiten, steht die Entscheidung fest: Eine freedom rental Tour für übermorgen. Mit einem freundlichen „Thank you guys and see you“ verlassen wir die Information und sind zumindest für einen Tag um ein Kajak reicher geworden. Bei der leuchten gelben Konkurrenz kann Dörte schon fast neidisch werden. Dank des regenfreien Wetters bleiben ihr die Duschen erspart und so reisen wir momentan in grauer Tarnfarbe. Bevor die Kajaktour jedoch losgeht, fahren wir noch in den Norden, um die leuchtenden Sandstrände der Golden Bay zu besichtigen.

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Golden Bay – der Name gibt bereit Aufschluss darauf, was den Besucher erwartet. Feiner gelber Sandstrand, der im Sonnenlicht golden scheint. Bene lässt es sich nicht nehmen, einmal im kühlen Nass des Pazifiks zu schwimmen. Lisa zieht das Muschelsuchen im Knietiefen Wasser vor. Auch den meisten Neuseeländern ist das Wasser wohl zu kalt zum baden, sie sonnen sich lieber am Strand.

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Ganz im Süden der Golden Bay befinden sich die Waikoropupu Springs. Sie sind die größten Süßwasserquellen Neuseelands und für die Maori handelt es sich um einen heiligen Ort. Deshalb wird penibel darauf geachtet, dass niemand dort angelt, badet oder Wasser trinkt. Die Quellen zeichnen sich durch ihr extrem klares Wasser aus. An jeder Stelle des Quellsees meint man bis auf den Grund perfekt durchblicken zu können.

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Mit dem Cape Farewell erreichen wir den nördlichsten Punkt der Südinsel. Ein kleiner Tunnel im Meer hält den peitschenden Wellen stand, während die Sonne sich dem Horizont zuneigt. Ihr goldgelbes Abendlicht lässt die die saftigen grünen Wiesen noch ein letztes Mal für den heutigen Tag aufleuchten. Ein paar Schafe weiden und wir fragen uns, ob dieser Ort nicht auch ein guter Wohnort für die Hobbits gewesen wäre.

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So idyllisch es hier auch ist, wir brechen schnell weiter auf, um die Wharariki Inseln noch rechtzeitig bei Sonnenuntergang zu erreichen. Der Weg dorthin führt wieder durch grünes Weideland, auf dem ein paar Schafe grasen. Umso näher wir der Bucht kommen, umso sandiger wird jedoch der Boden. Nachdem wir schließlich ein Kilo Extragewicht durch den vielen Sand in den Schuhen mittragen, kommt das Meer in Sicht. Ein paar Surfer laufen zurück zum Parkplatz. Während für sie der Sonnenuntergang das Ende ihrer Sporttour bedeutet, kommen viele andere Besucher erst jetzt, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Ein Pärchen sitzt mit zwei Gläsern Wein auf einen umgestürzten Ast, Andere machen einen Strandspaziergang. Bene übt währenddessen Weitsprung in den Dünen.

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Bei leuchtenden Abendrot kann das Fotoshooting der Inseln losgehen. Doch wo sind sie? Wir finden nur eine große Insel ohne Wassertunnel. Ganz anders, als es uns die Bilder versprochen hatten. Erst, als wir ein weites Stück gelaufen sind, teilt sich die vermeintlich eine Insel plötzlich in das erwartete Bild auf. Aus der vorherigen Perspektive war nicht zu erkennen, dass zwei Inseln direkt hintereinander liegen. Der Sonnenuntergang ist leider schon vorbei, aber dafür entfaltet sich nun das Sternenzelt der Südhalbkugel.

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Als hell leuchtendes, buntes Band hebt sich die Milchstraße eindeutig von den restlichen Sternen ab. Man entdeckt immer mehr Sterne, umso genauer man eine bestimmte Stelle betrachtet. Als wir genug Impressionen gesammelt haben, brechen wir schließlich zu unserer Unterkunft auf, denn für den nächsten Morgen wartet bereits unser Kajak auf uns.

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Rechts, links, rechts, links... immer im Gleichtakt zusammen paddeln. Das Meer ist heute sehr ruhig und so spritzen die sanften Wellen nur leicht auf unser Kajak, als es sich den Weg zur Adele Island durchs Wasser bahnt. Vor wenigen Minuten wurden wir mit dem Bus bis zum Strand gefahren. Unser Kajak bekam eine eigene Spritztour auf dem Traktorenanhänger, um auf dem bei Ebbe matschigen Meeresboden auf uns zu warten. Ein lustiger Anblick, wie eine Reihe von Traktoren in der wasserleeren Bucht steht. Wenn wir in ein paar Stunden zurück sind, wird alles hier wieder überflutet sein.

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Weiter geht es im Gleichtakt. Während der Vordermann das Tempo vorgibt, ist der Hintermann für die Richtung verantwortlich. Adele Island rückt langsam aber sicher näher. Inzwischen ist klar erkennbar, dass ein paar andere Kajakfahrer in einer Bucht der Insel gestoppt haben. Finden wir hier bereits, was wir mit dem Kajak unbedingt an der Küste sehen wollen? Die beigefügte Karte verspricht auch Hoffnung, dass es sich hier um einen der ausgewählten Orte handelt. Und tatsächlich, auf den Felsen sitzen Robben. Sie sonnen sich, spielen im Wasser und sind selbst etwas neugierig auf die paddelnden Besucher, die mit ihren gelben Kajaks vorbeikommen. Sogar einige Babys sind dabei. Wir setzen unseren Rudertakt aus und beobachten die Tiere begeistert.

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Weiter nördlich blicken viele schöne Sandtrände auf das Wasser hinaus. Spontan beschließen wir in der Watering Cove Bucht eine Essenspause einzulegen. Glasklares Wasser, bernsteinfarbene Kieselsteine und kleine Strandhöhlen erwarten uns bei der Ankunft.

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Auf der Rückfahrt machen wir Halt am Split Apple Rock, eine der berühmtesten Gesteinsformationen an der Tasman Bay. Unerwartet riesig ragt der gespaltene Apfel im Wasser hervor. Mit dem Kajak umrunden wir ihn zweimal und schlagen dann den Weg zurück ein zur inzwischen überfluteten Sandy Bay.

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