Taupo

19.03.2015

Die Übernachtung auf einem Campingplatz verspricht zwar nicht den Komfort eines warmen, weichen Bettes, dafür wird man morgens inmitten von unbelassener Natur durch an das Zelt anklopfende Sonnenstrahlen geweckt. Wir beschließen die Umgebung unseres Nachtlagers näher zu erkunden und laufen ein kleines Stück, bevor die Autofahrt zum Lake Taupo ansteht.

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Verwöhnt von der atemberaubenden Natur der Südinsel müssen wir uns erst an die deutlich touristisch geprägtere Nordinsel gewöhnen. Da die wenigen landschaftlichen Attraktionen allesamt vermarktet werden, wollen wir den touristischen Teil möglichst bald hinter uns lassen und in den hohen Norden vorstoßen.

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Am Tongariro Nationalpark, der auf der Strecke liegt, fahren wir lediglich vorbei. Tiefe graue Wolken verschleiern die vulkanische Landschaft, wärend überall sonst gutes Wetter vorherrscht.

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Ungefähr zwei Millionen Touristen besuchen den Lake Taupo jährlich. Das Klima ist ganzjährig relativ ausgeglichen und das Seewasser angenehm warm zum Baden. Eine besondere Attraktion sind die Maori Rock Carvings. Matahi Whakataka-Brightwell, ein Maori Künstler hat in den 70er Jahren in der Mine Bay eine steinerne Klippe für sein eingemeißeltes Kunstwerk ausgewählt. Die typisch traditionellen Reliefe stellen einen berühmten Navigator dar, der die Stämme in der Vergangenheit in das Areal um Taupo führte. Der Legende nach soll er das Gebiet vor unterirdischen Vulkanaktivitäten schützen. Das Kunstwerk ist nur per Boot erreichbar und so kann es auch nur von bereitwillig zahlenden Touristen betrachtet werden. Wir lassen uns nicht abbringen und folgen zuerst einem Wanderweg in die Richtung der Carvings. Als der Wanderweg an der Küste endet, klettern wir weiter an der Küstelinie entlang. Man sieht Boote kommen und gehen, alle stoppen sie in einer Bucht, in der wir das Kunstwerk vermuten. Keine Chance, da auf dem Fußweg hinzukommen. Irgendwie schaffen wir es dann doch einige Bilder aufzunehmen, ohne die teuere Schiffahrt zu buchen.

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Unweit des Lake Taupo locken uns die tosenden Huka Falls an. Die Wassermassen des normalerweise 100 m breiten Waikato River werden durch einen 20 m breiten Canyon gepresst. 220 000 Liter Wasser pro Sekunde stürzen daraufhin mit ohrembetäubenden Rauschen über die Klippe der Huka Falls in einen blaugrünen Pool.

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Reklameschilder werben damit, den Wasserfall hautnah aus dem Boot zu erleben. Während sich früher sogar die Maori aus Ehrfurcht vor dem Wasserfall fern gehalten haben, macht es die moderen Technologie möglich, mit dem Jetboat durch die Stromschnellen zu raften. Das nicht gerade günstige Angebot soll nur eine von vielen ungenutzten Attraktionen sein, die uns am nächsten Tag begegnet.

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