Whangarei

28.03.2015

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Die traumhaften Lichtstimmungen an diesem herbstlichen Morgen rufen uns auch diesen Tag früh aus dem Bett. Von den bereits kalt werdenden Nächten hängt noch tief liegender Nebel in den Bergen, während sich die Sonne ihren Weg durch den Dunst bahnt. Wie ein Sieb filtert der Nebel ihre Strahlen heraus und macht sie so für den Betrachter sichtbar. Nicht zum ersten Mal sind wir froh, wieder einmal früh aufgestanden zu sein.

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Zwei vorbeikommende Walkerinnen kommentieren unsere fotografischen Anstrengungen mit den Worten, dass sie hier selbst auch öfters fotografieren sollten.

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Als die Sonne komplett über die Berggipfel gekrochen kommt, beginnt auch der Nebel zu verschwinden und die besondere Atmosphäre nimmt langsam ein Ende.

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Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir zum Gipfel des Mount Manaia auf. Auf einer Höhe von 420 Metern hat man einen weiten Blick auf die umliegende Hafenlandschaft. Eine außergewöhnliche Felsenformation ziert die Spitze des Bergs. Früher wurden tote Maori Häuptlinge hier hinauf getragen. Ein etwas komisches Gefühl jetzt genau an dieser Stelle zu stehen.

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Wasserfälle findet man in Neuseeland viele. Die Whangarei Falls sollen sich unter dem Motto "make the difference" herausheben. Ein netter freiwilliger Helfer steht am Parkplatz bereit, um den Besuchern nähere Informationen oder Tipps zu geben. Aber auch der, der nur ein nettes Pläuschchen sucht, ist hier gut aufgehoben. Nach dem Besuch sind wir um einige hübsche Bilder des Wasserfalls und viele Reiseempfehlungen für den nächsten Tag reicher.

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Unser nächstes Ziel sind die Abbey Caves. Dabei handelt es sich um drei Einzelhöhlen, die man selbst erkunden kann. Gummistiefel und eine Stirnlampe werden dabei empfohlen. Ohne zu wissen, was uns genau erwartet, klettern wir bewaffnet mit einer Taschenlampe in die Höhle. Nach kurzer Zeit macht es Platsch und Lisa hat ihren ersten Schuh im Höhlenbach versenkt. Da waren die Gummistiefel wohl wirklich ein guter Rat. Da unsere Unterkunft direkt an den Höhlen liegt und dafür Ausrüstung zur Besichtigung verleiht, wollen wir es am nächsten Morgen noch einmal probieren.

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Ausgestattet mit einer Stirnlampe, einem Helm und Plastikschuhen mit Zehenschutz starten wir am nächsten Morgen den zweiten Anlauf. Die als mittlere Höhle passend betitelte Middle Cave ist unser erstes Ziel. Der Abstieg erfolgt über Stein und Geröll in den Höhleneingang. Kurz danach beginnt der seichte Höhlenbach. Das verschwindende Tageslicht wird durch das leichte Schimmern der Glowworms an der Höhlendecke abgelöst. Sie sind willkürlich angeordnet und bilden dabei Muster wie ein abendlicher Sternenhimmel. Die seitlichen Wände beginnen eine Maserung mit verschlungenen Formen zu bilden.

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Am Ende der Höhle leuchten ein paar Lichtstrahlen des eindringenden Tageslichts den Weg. Aus den kleinen Löchern im Gestein ist die bewaldete Landschaft, die darüber liegt, zu erkennen.

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Deutlich größer und länger als die Middle Cave ist die Organ Cave. Von anderen Besuchern, die gerade die Höhle verlassen, erfahren wir, dass diesmal ein Bad bis zu den Hüften nicht ausgeschlossen ist. Schon nach kurzer Zeit steht man knietief im Wasser. Tausende von Glowworms sitzen an der Decke und leuchten wie der Sternenhimmel der Südhalbkugel. Nach ein paar Metern gelangt man in eine riesige Säulenhalle aus Tropfsteinen. Hier spaltet sich die Höhle in zwei Geschosse. Der ursprüngliche Weg wird nun von viel Wasser geflutet, während sich in die Höhe ein zweiter Gang öffnet. Benedikt beschließt, das kalte Bad zu ertragen und watet im fast hüfttiefen Wasser weiter in die Tiefe. Es lohnt sich, denn das Wasser hat die Wände zu glatten, geschmeidigen Formen geschliffen.

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Lisa klettert währenddessen in den zweiten, höheren Gang. Hier ist nichts überflutet, dafür ragen überall Tropfsteine von den Wänden. Sie bilden die verschiedensten Muster und Formen. Nebeneinander gereiht ähneln sie den Pfeifen einer Orgel, was der Höhle vermutlich auch ihren Namen gegeben hat.

Nach guten vier Stunden beenden wir die Höhlenbesichtigung. Bei der Abgabe unserer Ausrüstung meint der Vermieter, dass noch niemand so lange unterwegs war. Es ist sich sicher, dass es uns gefallen hat. Und da hat er absolut Recht.

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