Upper Pines

30.08.2013

Ihr fragt euch sicher schon, ob wir den Waldbränden oder den Bären im Yosemite National Park zum Opfer gefallen sind. Nein, uns geht's gut!
Der Grund für unser Schweigen ist, dass sich das Schreibwerkzeug, der Touchscreen, von einem harmlosen Pflaster an Benes Daumen nicht angesprochen fühlt. Und dass es im Yosemite NP leider kein Internet gibt. Weder freies Wifi noch möchte uns die amerikanischen Sim-Karte von T-Mobile mobiles Internet verschaffen. Schade, denn es gibt einiges zu berichten:

Obwohl in den Nachrichten behauptet wurde, dass die Eintrittsgebühr aufgrund der Brände vorübergegend erlassen wird, müssen wir am Eingang den Annual Pass kaufen. Für die kommenden National Parks brauchen wir den Pass ja sowieso noch.

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Nahe am Südeingang des Yosemite NP liegt befindet sich der Mariposa Grove, der etwa 500 ausgewachsene Sequoia Bäume beherbergt. Trotz ihrer gewaltigen Ausmaße sind Sequoia Bäume weder die ältesten (ein Sequoia Baum kann über 3000 Jahre alt werden) noch die höchsten (ca. 90 Meter) noch haben sie den dicksten Stamm (bis zu 12m). Dafür sind sie Trumpf bei der Kategorie Volumen.

[82] California Tunnel Tree

Einer der größten Sequoia Bäume im Mariposa Grove ist der Grizzly Giant, der ca. 1800 Jahre alt geschätzt wird. Sein Volumen beträgt 963m3.

Für nichtmal $20 pro Nacht übernachten wir zwei Mal auf dem Upper Pines Campground im zentralen Yosemite Valley. Obwohl wir diese beiden Übernachtungen schon vor drei Monaten gebucht haben, müssen wir den Platz für die zweite Nacht wechseln, so gut besucht ist der Park.
Angesichts der Preise für eine feste Unterkunft ist das Campen gut zu empfehlen. Nachts hat es angenehme 15°C, der Himmel ist fantastisch sternenklar, von jedem Platz sind die (zugegebenermaßen ziemlich dreckigen) Sanitäranlagen schnell zu erreichen, sogar Duschen gibt es im Curry Village.

[91] Campsite mit Food storage

Zum Schutz vor Bären müssen jegliche Lebensmittel, Shampoo und alles was riecht in den bereitgestellten Food storage untergebracht werden. Am Eingang zum Campground hängt die Zahl der Unfälle mit Bären aus: In dieser Woche haben sich 92 Zwischenfälle ereignet, der Wert des entstandenen Schadens beträgt $5809. Allerdings ist anzumerken, dass sich die Hälfte davon in der Wildnis ereignete.

[83] Blick vom Glacier Point auf den Half Dome

Am nächsten Morgen machen wir uns früh auf zu einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte auf der Welt. Auf der Karte liegt der Glacier Point direkt neben unserem Campground, trotzdem ist das Ziel eine einstündige Autofahrt entfernt. Auf den Weg zwingt uns der Tunnel View zu einem kurzen Halt.

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Angekommen auf 2400m Höhe hat man eine atemberaubende Aussicht auf den Half Dome, die Vernal und Nevada Falls, die High Sierra und hinab ins 1070m tiefer gelegene Valley. Hier ist gut zu erkennen, wie das rundum von bewaldeten Bergen umgebene Tal seinem Namen voll gerecht wird. Von den Waldbränden schaut höchstens ein Wölkchen über einem der Steinhügel empor, anonsten ist davon nichts zu bermerken.

[84] Vernal Falls links, Nevada Falls rechts dahinter

Bis 1968 wurde am Glacier Point mehrmals im Jahr ein Feuer entfacht und die glühenden Kohlen am Abend den Abgrund hinab gekippt. Fire Fall nannte man das Event, das schließlich abgeschafft wurde, da das Feuer keinem natürlichen Ereignis folgte und der Park zu dieser Nacht stets überfüllt war.

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3,7 Mio. Besucher zählt der Yosemite NP im Jahr. Ab und zu liest man, dass der Park überlaufen sei. Anscheinend haben wir Glück, denn trotz ausgebuchter Campingplätze gibt es keine Menschenstaus.

[86] Nicht der Mirror Lake, sondern der Fluss, der durch das Yosemite Valley fließt. Der Berg dahinter dürfte der El Capitan sein. [99] [100]

Als wenig spektakulär stellen sich die Yosemite Falls und der Mirror Lake heraus. Leider hat sich dort bis zu dieser Jahreszeit jegliches Wasser verflüchtigt. Dafür entdecken wir am Mirror Lake ein kleines Museum an Baukunst. Mit einer Höhe von 10 Steinen hält Lisas Turm gut mit.

[88] Mexican hat

Noch etwas flüssiger sind die Vernal und Nevada Falls, die wir schon am Glacier Point gesehen haben. Der Wanderweg zur Spitze der Vernal Falls führt steil nach oben. Auch ohne die für den Nachmittag angekündigten 37°C kommt man ordentlich in's Schwitzen. Weiter zu den Nevada Falls steigen wir aus Zeitgründen nicht mehr auf.

[90] Vernal Falls

Eigentlich wollen wir morgen zum Mono Lake und in die Geisterstadt Bodie, jedoch ist der Tioga Pass wegen der Waldbrände weiterhin gesperrt. Im Visitor Center erkundigen wir uns nach Alternativrouten und entscheiden uns, das Feuer nördlich zu umfahren. Die im Visitor Center empfohlene Route endet ziemlich frühzeitig an einer gesperrten Kreuzung, wo es unangenehm verbrannt riecht. Ein Officer erklärt, dass vorgestern ein weiterer Teil des Highway 120 gesperrt wurde. Nachdem sich die Route nach Lee Vining über den Norden damit weiter aufblähen würde, beschließt die zweiköpfige Reiseleitung, den Weg nach Süden einzuschlagen. Mono Lake und Bodie werden noch ein Weilchen auf unseren Besuch warten müssen.
Jetzt schauen wir der der Tochter der Hotelbesitzerin in Bakersfield zu, wie sie zu ihrem Geburtstag eine mit Süßigkeiten gefüllte Hello Kitty Puppe zerschlägt. Auch typisch amerikanisch.

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Almuth
01.09.2013
Die Aussicht auf die Berge ist sehr schön, da hat sich doch die 1.stündige Fahrt gelohnt!
Steffen
02.09.2013
Moin,
Super Bilder!
Im Curry Village hättet ihr nach Wifi fragen können. In der Guest Lounge gibt es kostenlos Internet-Anschluss. Schade, dass ihr für die oberen Fälle keine Zeit mehr hattet! Und hier müsst ihr noch am Text arbeiten:
Weiter zu den Nevada Falls steifen wir aus Zeitgründen nkcht mehr auf.
Liebe Grüsse,
Steffen
Annette
02.09.2013
Was habt ihr nur für ein traumhaftes Wetter erwischt, klasse! Und Lisa, bei deinem Steinhaufen fällt unserer natürlich nicht mehr auf (waren nur 4 Steine)! Habt ihr die Wanderung im Mariposa Grove nicht bis ganz oben hin gemacht? Danke für eure traumhaften Bilder, ich schwelge eben in schönen Erinnerungen!
Bene
18.09.2013
Ist ja cool, dass ihr, Annette, an gleicher Stelle auch ein Denkmal hinterlassen habt. Bei den vielen Mücken, die am ausgetrockneten See nach Futter suchen, gehen die meisten bestimmt lieber weiter.
Am Maripose Grove sind wir leider erst nach Sonnenuntergang angekommen und mussten dann bei aufkommender Dunkelheit am Tunnel Tree umdrehen. Eigentlich schade, denn mich persönlich haben die gigantischen Sequoias am meisten vom ganzen Yosemite Park beeindruckt.